Schaalsee so tief, wie ein zwanzigstöckiges Haus hoch
... von Heiko Wruck
Samstag, 11. April 2026
Lassahn/ssr. Der Schaalsee zählt mit einer maximalen Tiefe von rund 72 Metern zu den tiefsten Seen Deutschlands. Was diese Zahl abstrakt erscheinen lässt, wird greifbarer, wenn man sie in die gebaute Umwelt übersetzt: Die Wassersäule unter der Oberfläche entspricht in etwa der Höhe mehrerer markanter Bauwerke in Deutschland.
So tief wie der Kristall Tower hoch ist
So ist der See an seiner tiefsten Stelle ungefähr so tief wie das Wüstenrot-Hochhaus in Ludwigsburg, das ebenfalls rund 72 Meter misst. Auch das Rathaus Offenbach und der Kristall Tower in Hamburg erreichen diese Größenordnung. Selbst kleinere Hochhäuser oder Wohnkomplexe mit 20 bis 25 Stockwerken bewegen sich in einer ähnlichen Dimension. Würde man ein solches Gebäude „umdrehen“, könnte es theoretisch nahezu vollständig im Schaalsee verschwinden – von der Dachkante bis zum Fundament.
Die Basteibrücke und andere
Brücken der Längenklasse 60 - 80 Meter sind in Deutschland typisch für kleine Flussbrücken, Ortsumgehungen oder Überführungen über Bahnstrecken oder Bundesstraßen. Typische Bauwerke dafür sind Spannbeton-Balkenbrücken und Stahlverbundbrücken. Die ikonische Basteibrücke im Nationalpark Sächsische Schweiz hat eine Gesamtlänge von circa 76 Metern. Auch die Drususbrücke, eine klassische kleine Stadtbrücke über einen Nebenarm in Bingen am Rhein (Rheinland-Pfalz), kommt auf eine Gesamtlänge von 80 Metern.
Keine spektakuläre Zahl, aber ...
Dieser Vergleich macht deutlich: Die 72 Meter des Schaalsees sind keine spektakuläre Zahl im Hochhaus- oder Brückenbau, aber im Kontext eines natürlichen Gewässers durchaus beachtlich. Denn anders als bei Bauwerken handelt es sich bei der Maximaltiefe des Schaalsees um eine über Jahrtausende entstandene Struktur – ein verborgenes „vertikales Landschaftsmaß“, das sich erst beim Übersetzen in bekannte Alltagsgrößen wirklich erschließt.