Gegen den Schaalsee ist Cheops nur ein Tröpfchen

... von Heiko Wruck
Montag, 13. April 2026



Das Volumen der heutigen Cheops-Pyramide beträgt ≈ 2,35 Millionen m³. Man könnte also knapp 153 Cheops-Pyramiden mit dem Wasser des Schaalsees füllen. Grafik: Heiko Wruck

Alles okay in Bad und WC

Lassahn/ssr. Der Schaalsee versammelt die gewaltige Wassermenge von 359 Millionen m³. Das sind 359 Milliarden Liter. Wenn man davon ausgeht, dass eine durchschnittliche Badewanne etwa 150 Liter fasst, entspricht der Inhalt des Schaalsees rund 2,4 Milliarden Badewannen. Würde man diese Badewannen lückenlos aneinanderreihen (1,70 m pro Wanne), ergäbe das eine Schlange, die etwa 100 Mal um die gesamte Erde reicht. Eine große Toilettenspülung verbraucht rund 6 Liter Wasser. Würde der gesamte Schaalsee durch die Toilette gehen, wären das 59,8 Milliarden Toilettenspülungen.

Ein Turm fast bis zum Mond

Die mittlere Entfernung der Erde zum Mond beträgt 384.400 Kilometer. Würde man das gesamte Wasser des Schaalsee in Kisten mit einem m³ Volumen verpacken, bräuchte man davon 359 Millionen Kisten. Jede hätte eine Kantenlänge von exakt einem Meter. Aufgestapelt würden diese Kisten fast von der Erde bis zum Mond reichen.

Der tägliche Durst

Ein Mensch soll für eine gesunde Lebensweise etwa zwei Liter Wasser am Tag trinken. Die schiere Masse des Schaalsees macht deutlich, welche Lebensquelle er darstellt: Die gesamte Wassermenge des Schaalsees würde ausreichen, um die komplette Weltbevölkerung (ca. 8 Milliarden Menschen) für etwa 22 Tage lückenlos mit Trinkwasser zu versorgen. Betrachtet man das Szenario allein für Deutschland, werden die Zahlen noch beeindruckender. Die rund 84 Millionen Einwohner des Landes könnten ihren täglichen Durst (bei 2 Litern pro Kopf) insgesamt 2.137 Tage lang aus dem Schaalsee stillen. Das entspricht einem Zeitraum von etwa 5,85 Jahren, in denen jeder Einwohner ausschließlich Wasser aus dem Schaalsee trinken würde. Legt man jedoch den gesamten täglichen Wasserbedarf zugrunde – inklusive Duschen, Kochen und Waschen (ca. 125 Liter pro Person) – würde der See die deutsche Bevölkerung immerhin noch rund 34 Tage lang komplett autark versorgen.

Ein Stadion mit Komplettfüllung

Ein großes Fußballstadion wie die Allianz Arena in München hat ein Innenvolumen von rund 3 Millionen m³ (umbauter Raum). Man müsste die Allianz Arena etwa 120 Mal bis zum Rand mit Wasser füllen, erst dann wären die Ressourcen des Schaalsees erschöpft. Typische Größenordnungen moderner großer deutscher Stadien liegen meist bei zwischen ~2 bis 3 Millionen m³ umbauten Raum.

Ein Meer aus Schwimmbecken

Um sich die 359 Millionen m³ Wasser noch besser bildlich vorzustellen, hilft ein Blick in den Sport. Ein standardisiertes Olympisches Schwimmbecken (50 Meter lang, 25 Meter breit und 2 Meter tief) fasst circa 2.500 m³ Wasser. Rechnet man das gesamte Volumen des Schaalsees in das Volumen solcher Becken hoch, müsste man insgesamt rund 143.600 Olympische Schwimmbecken füllen, um das gesamte Wasser des Schaalsee darin komplett unterzubringen. Stünde man am Rand einer solchen Anlage und würde alle zwei Minuten ein Becken komplett abschreiten, bräuchte man fast 200 Tage, ohne Pause für Schlaf oder Essen, nur um einmal an jedem dieser Becken vorbeigelaufen zu sein.

Wenn es regnet in Berlin

Berlin hat eine Fläche von rund 891 km². Als Quadrat hätte die Fläche eine Kantenlänge von 29,85 km. Wenn es über der gesamten Stadt Berlin so stark regnen würde, dass das Wasser 40 Zentimeter hoch in den Straßen stünde, entspräche das in etwa dem Volumen des Schaalsees.

Ein interessanter Tiefen-Aspekt

Obwohl 359 Millionen m³ nach viel klingen, ist der Schaalsee vor allem durch seine Tiefe (bis zu 72 Meter) beeindruckend. Zum Vergleich: Die Müritz (112,6 km²) ist flächenmäßig fast fünfmal so groß wie der Schaalsee (24 km²), enthält aber nur etwa doppelt so viel Wasser (ca. 737 Mio. m³). Das zeigt, wie massiv das Becken des Schaalsees in die Tiefe geht.